Rueda (Spanien)

Der nach der Stadt Rueda (zu deutsch: das Rad) benannte DO-Bereich liegt 150 Kilometer nordwestlich von Madrid im Herzen der spanischen Region Kastilien-León. Riesige Kornfelder prägen die flache Landschaft, deshalb wird das Gebiet auch als der Brotkorb Spaniens bezeichnet. Eine Sehenswürdigkeit sind die oft uralten Felsenkeller mit kilometerlangen, labyrinthartigen Gängen. Die registrierte Fläche der DO Rueda beläuft sich auf 12.932,44 Hektar. Davon entfallen 95 Prozent auf die weißen Rebsorten, und von diesen wiederum 85 Prozent (10.394,22 Hektar) auf Ruedas autochthone Hauptrebsorte Verdejo. 1.550 Winzer sind in der DO Rueda registriert. 55 von insgesamt 62 der DO Rueda zugehörigen Bodegas sind zum Weinausbau zugelassen.

GESCHICHTE: Der Weinbau hat hier eine über tausendjährige Geschichte. Nach der Besetzung durch die Mauren förderte König Alfonso VI. (1040-1109) bereits im 11. Jahrhundert den Weinbau. Im 17. Jahrhundert genoss der Weißwein einen so hervorragenden Ruf, dass sich der spanische Königshof die Hälfte der Produktion reservieren ließ. Um 1900 wurden nahezu alle Weinberge mit damals rund 90.000 Hektar Rebfläche durch die Reblaus vernichtet. Eine harte Phase des Wiederaufbaus folgte. Rueda wurde im Jahre 1980 als DO für damals nur Weißweine klassifiziert.

TERROIR: Die Weinberge befinden sich zwischen 600 und 800 Metern Seehöhe am südlichen Ufer des Duero, im Westen grenzt der DO-Bereich Toro an. Charakteristisch sind die heißen, trockenen Sommer und die kalten langen Winter. Der kalksteinhaltige Boden besteht größtenteils aus lehmhaltigem Schwemmland, gemischt mit Kiesterrassen, was neben dem kontinentalen Klima mit kalten Wintern und kurzen heißen Sommern die Fruchtigkeit und frische Säure der Weine fördert. Der weitaus größte Teil des Gebietes entfällt auf die Gegend um die Hauptstadt Valladolid.

REBSORTEN: Heute dominiert die Verdejo mit 80% der Gesamtrebfläche, gefolgt von Viura (Macabeo), Palomino Fino und Sauvignon Blanc. Im Jahre 1972 siedelte sich die aus Rioja bekannte Bodega Marqués de Riscal an, die sich erfolgreich um die Anerkennung des Sauvignon Blanc bemühte. Das Weingut begann mit Weißwein zu experimentieren und führte neue Techniken wie zum Beispiel das Bedecken des Lesegutes und temperaturgekühlte Gärung in Edelstahltanks unter Verwendung von Inertgas (Schutzgas) ein. Damit begann der rasante Aufstieg der Region.

KLASSIFIKATION: Heute gehören die außergewöhnlich extraktreichen Weißweine zu den führenden Spaniens. Sie müssen aus zumindest 50% Verdejo bestehen. Zudem sind Sauvignon Blanc, Viura und Palomino zugelassen. Der Rueda Verdejo muss zumindest 85% Verdejo enthalten, wird aber von den meisten Winzern sortenrein produziert. Erst 2004 wurden auch die Tempranillo-Rotweine von Medina del Campo als DO klassifiziert.