Toro (Spanien)

ALLGEMEIN:
Die DO Toro liegt im äußersten Westen der autonomen Region Kastilien-León, in der Provinz Zamora. 200 Kilometer nordwestlich von Madrid, in einem dünn besiedelten Landstrich zwischen Zamora und Valladolid grenzt das Anbaugebiet westlich direkt an die DO Rueda. Toro wurde 1987 eine DO, umfasst ein Terrain von ca. 62.000 ha, davon 8.000 ha Weinberge. Die geschützte DO-Fläche beträgt 5.600 ha und wird von 1200 Winzern und 39 Bodegas bewirtschaftet. Die Jahresproduktion von 6.000.000 Liter wird zu 70% in Spanien verkauft, der Rest wird exportiert.

TERROIR:
Die Landschaft ist geprägt von den Flüssen Duero und Rio Guarena und einem kontinentalen Klima. Es ist einer der heißesten Gegenden Spaniens. Im Juli/August brennt die Sonne unbarmherzig auf das Land. 2600 bis 3000 Sonnenstunden im Jahr, Trockenheit, wenige atlantische Einflüsse, strenge Winter und große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht machen der Tempranillo-Rebe zu schaffen. Sie hat sich über viele Jahre an diese Bedingungen mit kleineren Beeren und dickerer Schale angepasst und nennt sich hier „Tinta de Toro“. Winzer in Toro behaupten, sie sei eine eigene Rebsorte und nicht eine Variante des ursprünglichen Originals. Nördlich des Duero erstrecken sich endlose Weizenfelder (auch der Brotkorb Kastiliens), südlich liegen die Weinfelder der tierra del vino, des „Weinlands“. Wichtigste Anbaugebiete liegen um das hübsche historische Städtchen Toro und um Morales de Toro. Die Weinberge zeigen dunkle Kalk- und Sandböden, in Flussnähe mit steinigen Ablagerungen - das beste Terroir der DO.

GESCHICHTE:
Der Weinanbau in Toro hat eine lange Tradition. Ihre Ursprünge gehen zurück auf die Zeit vor der Ansiedlung der Römer. Im Mittelalter waren ihre Weine geschätzt. Die Königlichen Keller wurden mit Weinen aus Toro gefüllt und in die Länder der Neuen Welt exportiert. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in großen Mengen Wein nach Frankreich geliefert, die unter der Reblausplage zu leiden hatten. In der Neuzeit entsprachen viele Jahrzehnte lang die Weine dem Bild, was man sich von besonders heißen Regionen macht: fast schwarz in der Farbe, grob und gerbstoffreich im Geschmack, mit gewaltigen Alkoholwerten von oft über 15% Vol. Alkohol und nicht selten unsauber verarbeitet. Die Weine gerieten in Vergessenheit. Erst in den 1980er Jahren waren es Winzer/Bodegas wie Manuel Farina und Vega Sicila die andere Toro-Weine produzierten: sauber, fruchtbetont, zwar mit typischen Toro-Stil d.h. dicht und kraftvoll, aber eben voller Eleganz und Feinheit. Andere spanische Winzer folgten, auch weil die Weinberge nur einen Bruchteil des extrem teuren Landes in der Nachbar- und Starregion Ribera del Duero kosteten.

REBSORTEN: Wichtigste (und erlaubte) Rebsorten sind die roten Tinta de Toro (Hauptsorte) und Garnacha sowie die weißen Sorten Malvasia und Verdejo.