La Nerthe

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La Nerthe

Über das Weingut:

Der Sitz des Château La Nerthe liegt im Herzen der berühmten Appellation Châteauneuf du Pape im Weinanbaugebiet der südlichen Rhône. Heute umfassen die Weinberge eine Fläche von insgesamt 92 Hektar, mit 57 Parzellen im Châteauneuf du Pape. Allein das eigene Château des Hauses ist eingebettet in einem grünen Park, umgeben von 60 Hektar historischen Reben in einem Stück. Eine majestätische Erscheinung. Die Historie des Hauses La Nerthe beginnt im Jahr 1560, damals noch unter dem Namen Beauvenir (ab 1593 dann als La Nerthe). Die Familie Tulle de Villefranche kauft in diesem Jahr Land, Weinreben, eine Scheune und ein Landhaus aus dem 15. Jahrhundert. Diese Familie setzt damit den Grundstein und wird das Gut drei Jahrhunderte lang behalten. Zudem führt sie nicht nur das Château zu weltweitem Renommee, sondern hilft auch der Appellation Châteauneuf du Pape zu großer Bekanntheit. Zu Gute kam sicherlich, dass einige Familienmitglieder mit hohen Stellungen im Militär ihr Netzwerk nutzten, um die Weine über den Hafen in Avignon in die Welt zu schicken. 1776 war La Nerthe die erste Domaine im Châteauneuf du Pape, die ihren Wein in Flaschen verschiffte und nach und nach das Fass aufgab. Die Reblauskatastrophe traf die Familie Tulle de Villefranche allerdings auch hart. So verkaufte sie 1870 das Château La Nerthe an Kommandant Joseph Ducos. Dieser erkannte und begann als Erster die französischen Reben auf reblausresistente Unterlagen zu veredeln, und setzte damit die wissenschaftliche Arbeit der Landwirtschaftsschule Montpellier in die Praxis um. Schnell baute er die Weinberge von La Nerthe wieder auf und verzeichnete schon bald wieder große Erfolge. So findet das Weingut selbst in Kultur und Literatur seine Erwähnungen. Der berühmte französische Schriftsteller Alexandre Dumas listet in seinem Großen Wörterbuch der Küche (1870) die großen französischen Rotweine auf - der Clos de La Nerthe ist der einzige aus Châteauneuf du Pape unter den sechzig erwähnten Weinen. Ebenfalls erwähnt der Literaturnobelpreisträger (1904) Frédéric Mistral in vielen Gedichten die Weine des Château La Nerthe. 1985 erwarb dann schließlich die Familie Richard das Château La Nerthe mit dem Ziel, die ursprünglichen Werte der Qualität, Exzellenz und Avantgarde wiederzuentdecken.

Region:

Etwa im Jahr 400 v. Chr. soll der griechische Stamm der Phoker die ersten Rebstöcke aus Kleinasien an die Rhône gebracht haben. Die Römer kultivierten ebenso im Südosten Frankreichs ihre Weine wie später dann die Mönche für die katholische Kirche. Mit Napoleon kam die Enteignung der Kirche. Viele Flächen wurden an kleine Bauern übergeben. Das Weinanbaugebiet der Rhône gilt somit als die älteste Weinregion Frankreichs. Dieses erstreckt sich auf ca. 200 km zwischen Vienne und Avignon. Dabei bahnt sich der Fluss seine Bahn zwischen dem Zentralmassiv im Westen und den Ausläufern der Alpen im Osten. Im Jahr 1936 wurde die Appelation Châteauneuf-du-Pape zur ersten AOC in Frankreich erklärt. Dieses Weinanbaugebiet befindet sich rund um den gleichnamigen Ort an der südlichen Rhône. Ein außergewöhnliches Terroir mit großer Vielfalt der Böden in Kombination mit verschiedenen Rebsorten lässt einzigartige Weine entstehen. Das Weingut besitzt mehr als 40 Hektar Rebfläche in der Appellation. Diese sind auf über 45 Parzellen verteilt.

Lagen und Geologie:

Der heterogene Untergrund des Anbaugebietes besteht überwiegend aus Kiesterrassen und Sandböden, deren Ursprung in der Eiszeit liegt. Typisch für die Region sind die großen Kieselsteine, die sich mit dem roten, sandigen Lehm vermischen. Diese fangen tagsüber die heißen Sonnenstrahlen ein, speichern die Wärme und geben diese nachts an die Rebstöcke wieder ab. Mit etwa 2800 Sonnenstunden und 620 mm Niederschlag im Jahresdurchschnitt ist das mediterrane Klima insgesamt sehr heiß und trocken. Durch den Mistral, der an etwa 130 Tagen im Jahr weht, werden die Trauben auch nach heftigen Regenschauern schnell wieder trocken. Direkt am historischen Château befinden sich die historischen Parzellen: Le Clos de Beauvenir und Les Cadettes. In erst genannter Parzelle dominieren die Roussanne-Reben. Im Weisswein Clos de Beauvenir wird diese ggf. durch Grenache Blanc, Clairette, Bourboulenc oder Viognier ergänzt – je nach Jahrgang. Das Cuvée Cadettes ist eine Cuvée der ältesten Reben des Gutes: Grenache, Syrah und Mourvèdre. Grenache ist der König auf dem Plateau. Die gerollten Kieselsteine, der tiefe Lehm und die Ausrichtung gegenüber dem Mistral verleihen ihm eine einzigartige Lage. Mourvèdre wiederum gedeiht auf Böden, die in der Tiefe feuchter sind, aber genauso warm wie Grenache. Syrah ist formbarer und passt sich besser an verschiedene Böden an.

Rebsorten:

Die 13 Rebsorten der Appellation werden zu eleganten, sehr komplexen Weinen mit feinen Aromen angebaut. Grenache, Syrah, Mourvèdre und Cinsault dominieren die Cuvée der Rotweine. Grenache blanc, Roussanne, Clairette und Bourboulenc bringen ausdrucksstarke und ausgewogene Weißweine hervor. Die Ernte zur richtigen Reife lässt die Finesse jeder einzelnen Rebsorte frei zum Ausdruck kommen. Eleganz zeigt sich besonders bei Grenache und Mourvèdre, die in Châteauneuf nahe ihrer nördlichen Grenze liegen. Bedingungen, die immer sehr förderlich für einen feinen und delikaten Ausdruck des Charakters der Rebsorte sind.

Im Weinberg:

Das Erbe der Ländereien, der Respekt vor den prestigeträchtigen Böden der Region, eine intensive Weinbergspflege und die Bewahrung des natürlichen Gleichgewichts zwischen Rebe und Terroir sind das Fundament für die Weine des Hauses La Nerthe. Die umliegenden Weinberge des Châteaus genießen ein mediterranes Mikroklima - hervorzuheben sind die mehr als 200 Sonnentagen im Jahr. Diese Wärme fördert die frühe Reife der Trauben, ermöglicht eine baldige Lese und verschafft viel Zeit für den Ausbau der Weine im Keller. Die zum Teil Jahrhunderte alten Rebstöcke des Anwesens werden alle Parzellenweise per Hand gelesen.

Im Keller:

Der älteste Teil des Kellers wurde direkt in den Felsen gehauen, auf dem das Château seit 1560 steht. Der zweite Teil des Kellers wurde im achtzehnten Jahrhundert mit einem Kreuzrippengewölbe gebaut. Im Jahr 1986 wurde das Weingut renoviert und mit der modernsten Technik ausgestattet. Im Keller findet man heute zum einen Edelstahltanks mit Temperaturkontroll- und Stanzsystemen und zum anderen große Lagen an Holzfässern zur Weinbereitung. Dieses Set vereint Tradition und Moderne und ermöglicht es anspruchsvolle und hochqualitative Weine zu erschaffen. Im Keller angekommen, werden die Trauben zum Teil entrappt. Der Ausbau findet Parzellenweise statt. Je nach Terroir und geschmacklicher Qualität der Trauben erfolgt die Vinifikation in Edelstahl- oder Holzfässern. Vor der Vergärung wird erstmal mit einer Kaltmazerationsphase begonnen. Anschließend dann die alkoholische Gärung. Dafür werden natürliche, einheimische Hefen verwendet. Die Temperatur wird während der Gärung stets kontrolliert. Währendessen wird gepumpt und gestanzt, um eine optimale Extraktion der Gerbstoffe aus der Traube zu gewährleisten. Nach etwa drei Wochen werden die Weine für die malolaktische Gärung  umgefüllt. Je nach Bedarf in Demi-Muids, Holzfässern oder in Bottiche aus Stein oder Edelstahl. Sobald die zweite Gärung abgeschlossen ist, beginnt die Reifung für einen Zeitraum von 12 Monaten. Erst am Ende dieser Alterung erfolgt die Assemblage der einzelnen Cuvées. Diese ruhen dann noch einmal für weitere Monate im Keller.

Steckbrief:

Inhaber: Familie Corinne Richard
Kellermeister: Ralph Garcin
Region: Rhône
Ort: Châteauneuf-du-Pape
Rebfläche: 92 Hektar
Rebsorten: Bourboulenc, Clairette, Grenache Blanc, Roussanne, Viognier, Cinsault, Grenache, Mourvédre, Syrah

Bereits in Schriften aus dem Jahr 1860 findet man Beschreibungen über das systematische Abbeeren, die Zerkleinerung und die Fermentation des Traubenmostes von 15 bis 21 Tagen. Diese bilden noch heute die Grundlage der Weinbereitung des Châteaus. Heute erreichen die Trauben ihre volle Reife bereits sehr früh. Dies führt unter anderem zu einer optimalen Qualität im Hinblick auf Farbe und Tannin mit moderaten Alkoholwerten und somit zu komplexen und ausgewogenen Weinen. Die Weinbereitung aus verschiedenen Traubensorten in einer Co-Vergärung im gleichen Tank beruht ebenfalls auf einer Jahrhunderte alten Tradition. So verbinden sich die Aromen der verschiedenen Sorten bereits sehr früh und erschaffen eine einzige Aromatik, die den individuellen Charakter des Château La Nerthe unterstreicht.  
 

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