Fallet-Dart

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Über das Weingut:

Die Wurzeln der Familie Fallet-Dart reichen bis in das Jahr 1610 zurück. Claude Fallet und Pierre Fallet sind die entferntesten Winzernachkommen, die in den Familienakten verzeichnet sind. In der langen Historie der Familie wurden Reblauskatastrophen, Wirtschaftskrisen und Kriege erlebt, jedoch haben es die verschiedenen Generationen der Familie immer wieder geschafft aufzustehen und mit viel Leidenschaft und einem großen Erfahrungsschatz wunderbare Schaumweine zu vinifizieren. So gewann Louis Valentin Fallet (1867-1947) bereits 1903 mehrere Auszeichnungen für „die Eleganz seiner Weine und die Beherrschung seines Weinbergs“. Innerhalb der Fallet-Familie war die Marschrichtung also schon früh sehr klar: durch Exzellenz und Qualität zu glänzen. Zwei Generationen später heiratete der Winzersohn Gaston Fallet im Jahr 1953 die junge Geneviève Dart. Um 1970 gründeten die beiden das Familiennamen neu und nannten dieses: Fallet-Dart. Deren Söhne Daniel und Gérard Fallet führten zusammen mit ihren Ehefrauen Francine und Dominique das Familienunternehmen von 1985 bis 2016 erfolgreich weiter. So konnte das Quintett den Vertrieb von 5.000 auf 160.000 verkaufte Flaschen steigern. Im gleichen Zug wuchsen die Gebäude, die Weinberge, die Kellertechnik und Bekanntheitsgrad des Hauses stetig an. Dies unterstrich der Erfolg des Champagner-Hauses in den 90er Jahren als man bei Wettbewerben 25 Medaillen gewann. Durch diese große Anerkennung konnte der Betrieb mit den großen Namen in der Champagne konkurrieren. Seit 2016 sind die beiden Cousins Adrien (Gérards Sohn) und Paul (Daniels Sohn) für die Leitung des Betriebs zuständig. Beide stiegen bereits 2009 in den Familienbetrieb ein. Langsam wurde die jüngste Generation für ihre Führungsaufgaben aufgebaut. Gemeinsam vertreten die beiden täglich die Werte ihrer Vorfahren: Authentizität und Qualität, Innovation und Respekt für die Traditionen der Champagne, um einen Champagner mit Charakter anzubieten.

Region:

Die Champagne ist eine historische Provinz im Nordosten Frankreichs. Der Weinbau dort geht bereits auf die Zeit der Römer zurück. Das heutige Gebiet, in dem Trauben für den Champagner angebaut werden dürfen, wurde bereits im Jahr 1927 festgelegt. Dieses umfasst knapp 35.000 Hektar an Fläche. Diese sind inzwischen fast vollständig bestockt. Eine Ausweitung des Gebiets wurde inzwischen beschlossen. Die Champagne ist kein zusammenhängendes Gebiet und besitzt eine Ausdehnung von rund 150 km. Deshalb wird die Champagne in verschiedene Weinbauregionen unterteilt. Die wichtigsten fünf Anbaugebiete sind: Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des Blancs, Côte des Bar und Côte de Sézanne. Das Champagnerhaus Fallet-Dart befindet sich mitten im Vallée de la Marne (Marnetal). Auf Grund der Zerklüftung der Champagne ist dieses auch kein homogenes Gebiet. So unterscheiden sich die einzelnen Anbaugebiete im Terroir, also in den einzelnen Bodenstrukturen sowie in den einzelnen Mikroklimata. Diese Vielfältigkeit ist einer der Gründe für die Besonderheit der Schaumweine aus der Champagne.

Lagen und Geologie:

Mitten in der Champagne, im Herzen des Marne-Tals liegen die 18 Hektar des Hauses Fallet-Dart. Diese verteilen sich auf fünf Städte rund um den Ort Charly-sur-Marne. Das außergewöhnliche Terroir des Clos-du-Mont bildet dabei die Ausgangsbasis für die großen und vielfach prämierten Champagner des Hauses. Diese Lage gehörte ehemals in den Besitz des Bischofspalastes von Soissons. Von dort stammen köstliche Weine mit kraftvollen und geradlinigen Aromen. Ein zusätzlicher Faktor ist die Vielfalt des Fallet-Dart-Terroirs: Die Reben wachsen auf lehmigen, kalkhaltigen und sandigen Böden. Die Grundweine werden Parzellenweise vinifiziert und anschließend assembliert. So entstehen komplexe und ausgewogene Cuvées von exzellenter Qualität.

Rebsorten:

Auf den 18 Hektar der Familie wachsen die drei klassischen Champagner-Rebsorten: Pinot Meunier (45%), Chardonnay (30%) und Pinot Noir (25%). Der Pinot Meunier ist die Hauptrebsorte im Marnetal (Vallée de la Marne) und verleiht dem Champagner seine Besonderheit.

Im Weinberg:

Der Ausbau in den Weingärten und im Keller findet stets unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit statt: für die Düngung der Rebstöcke werden ausschließlich natürliche und organische Mittel verwendet. Zudem werden nur Trauben aus den eigenen Weingärten vinifiziert ("récoltant manipulant", RM auf dem Etikett), die alle per Hand gelesen werden. Handarbeit besitzt sowieso einen großen Stellenwert im Betrieb. Das Ernten, Beschneiden, Binden, Austreiben und Spalieren erfolgt alles von Hand und respektiert die Champagner-Tradition. Die manuelle Pflege des Weinbergs ist unerlässlich, um hochwertige Trauben zu erhalten. Aus diesem Grund werden jährlich 8.500 Arbeitsstunden für diese Aufgaben aufgewendet. Für die Weinbergsarbeit sind vor allem Daniel und Paul hauptverantwortlich. Dabei werden mit Leidenschaft und Engagement nachhaltige Anbaumethoden angewandt, die Innovationen mit Tradition verbinden: Handarbeit an der Pflanze, mechanisches Entlauben, Pflügen, Drohneneinsatz, Begrünung der Reben, um den Boden zu belüften und Erosionserscheinungen zu begrenzen.

Im Keller:

Die Kellerei des Weinguts entspricht der neusten Technik und hat ein Fassungsvolumen von mindestens drei Ernten Champagner. Hauptverantwortlich dort sind Adrien und Gérard. Von der Pressung bis zur Mischung, von der Gärung bis zur Abfüllung formen die beiden ihre Weine, um ihnen einen einzigartigen Charakter zu verleihen. Dabei wird jede Parzelle separat in Bottichen oder Eichenfässern vinifiziert. Diese Methode bietet endlose Möglichkeiten beim Verschneiden von Weinen. Vor dem Verschneiden wird jedoch jedes Fass mit großer Sorgfalt verkostet, um die besten Mischungen zu komponieren und die Konsistenz der Fallet-Dart-Champagner Jahr für Jahr zu gewährleisten. Die Reifung im Keller lässt den Champagner komplexe Aromen entwickeln und verleiht im eine feine Perlage. Adrien und Gérard lassen ihre Schaumweine mindestens 36 Monate reifen. Für den "Clos du Mont" sogar bis zu 13 Jahre. Diese Reifezeit ist 3 bis 10 Mal länger als die von der Appellation d'Origine Champagne vorgeschriebene Mindestreifezeit. Besonderes Augenmerk wird vor allem auf die Ruhezeit nach dem Degorgieren gelegt. Dadurch können die Champagner ihr ursprüngliches Gleichgewicht wiedererlangen und unter optimalen Bedingungen in den Verkauf kommen.

Steckbrief:

Inhaber: Adrien und Paul Fallet
Weinbau: Paul und Daniel Fallet
Kellermeister: Adrien und Gérard Fallet
Region: Champagne
Ort: Charly-sur-Marne
Rebfläche: 18 Hektar
Rebsorten: Chardonnay, Pinot Meunier, Pinot Noir

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