St. Michael-Eppan

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Über das Weingut:

Die Kellereigenossenschaft St. Michael-Eppan zählt nicht nur zu den besten Kellereien in ganz Südtirol, sondern auch als eine der besten Kellereien in ganz Italien. Gegründet wurde diese 1907 von 41 Bauern aus dem Ort Eppan. Im Jahr 1970 gehörten dieser bereits 340 Winzerfamilien an. Heutzutage zählt die Genossenschaft ca. 330 Mitglieder und lässt ihre Weine auf einer Anbaufläche von etwa 385 Hektar wachsen. Mit zirka 2,5 Millionen verkauften Flaschen pro Jahr wundert es nicht, dass diese Genossenschaft in aller Munde ist. Allein die Linie der St.Valentin-Wein wird von Weinkennern auf der ganzen Welt geschätzt. Eine entscheidende Rolle hierbei spielt der Kellermeister von St. Michael-Eppan: Hans Terzer. Dieser arbeitet seit 1977 für die Kellerei und hat alles dem Streben nach Qualitätsstreben untergeordnet: “Jede Sorte braucht ihren speziellen Standort und die Erträge müssen auf die Qualität abgestimmt sein”. Er hat nicht nur dem Südtiroler Wein einen festen Platz auf der Weinkarte des Landes gesichert und zu allgemeinen und anerkannten Renommee verholfen, sondern die Genossenschaft über die Grenzen Südtirols, Italiens und Europas hinaus bekannt gemacht. Er zählt mittlerweile sogar zu den führenden Önologen des Landes. So kürte die Fachzeitschrift “Il Gambero Rosso” Hans Terzer 1997 zu einem der zehn besten Winemaker weltweit. Die renommierte deutsche Gourmet- und Lifestyle-Zeitschrift "Der Feinschmecker" zeichnet Hans Terzer im Jahr 2017 für sein Lebenswerk aus.

Region:

Weinreben bevorzugen ein mildes Klima mit viel Sonne und ausreichenden Niederschlägen. Das alpin-mediterrane Klima in Südtirol bietet mit seinen rund 2.000 Sonnenstunden im Jahr die idealen Bedingungen für den Weinanbau. Die großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sind zudem ein äußerst kostbares Gut. Am Tage wird das gesamte Weinbaugebiet durch die Ora, ein warmer Südwind, erwärmt und sorgt somit für die notwendige Zuckerbildung in der Traube. Die Nacht hingegen bringen die kühlen Fallwinde des Mendelmassives die Abkühlung ins Tal. Dadurch wird der Säuregehalt der Beeren reguliert, eine zu schnelle Reifung verzögert und Säuren sowie Aromen konserviert. Letztlich hat der Wind eine wichtige Zusatzfunktion: er trocknet die Trauben nach Regen schnell und schützt sie somit vor Pilzbefall.

Lagen und Geologie:

Eppan ist mit über 1.000 Hektar Weinbergen das größte Weinanbaugebiet Südtirols im Herzen der Provinz Bozen. Die 385 Hektar Weinberge der 330 Mitglieder von St. Michael-Eppan sind über sonnige Hanglagen verteilt. Hier bietet die Natur erstklassige Bedingungen für die Produktion außergewöhnlicher Spitzenweine. Die geologische Zusammensetzung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Reben ändern sich von Weingut zu Weingut. Dank dieser einzigartigen Bodenvielfalt sind die Voraussetzungen für eine wertvolle Biodiversität gegeben. An den Hängen finden sich vor allem Kalkschotterböden aus Dolomitengestein, deren Ursprung in der Eiszeit liegt. Sie zeichnen sich durch einen hohen pH-Wert und eine gute Speicherfähigkeit der Nährstoffe aus. Kleinstzonen mit etwas höherem Lehmanteil bieten die ideale Voraussetzung für den Anbau von Pinot Noir. Kalkschotterböden mit hohem Kies-Sandanteil sind hingegen besonders für Rebsorten wie Weißburgunder und Sauvignon geeignet. Die Moränenschuttböden rund um Eppan entstanden aus den Ablagerungen am Rande eiszeitlicher Gletschermoränen. Sie weisen einen niedrigen pH-Wert auf, sind gut durchlüftet und nur bis zu einer gewissen Tiefe wasserdurchlässig. Dies hat langsames Heranreifen der Trauben zur Folge. In Eppan werden auf diesen Böden vor allem Weißweinsorten wie Chardonnay, Grauburgunder und Gewürztraminer angebaut. Die auffallend roten Porphyr-Verwitterungsböden bestehen aus vulkanischem Gestein und sind mit Lehm oder Sand vermischt. Diese trockenen und humusarmen Böden sind hervorragende Wärmespeicher, sehr licht- und luftdurchlässig und besonders für den Anbau von Sauvignon und Riesling geeignet. Schwemmböden entstehen aus einem ähnlichen Prinzip heraus wie Moränenschuttböden: Die von den Flüssen angespülte Materie hat sich an den Flussufern abgelagert und Sandböden mit niedrigem Gesteinsanteil hervorgebracht. Der Flins (so wird diese Bodenart in Südtirol genannt) ist der ideale Boden für Weine wie Lagrein, Merlot und Cabernet.

Rebsorten:

Der größte Teil der mit Weißburgunder, Sauvignon und Pinot Noir bepflanzten Weinberge, befindet sich am Fuße des Mendelmassives. Einem Gebiet auf 400 bis 700 Metern Höhe, welches auch als Eppan Berg bekannt ist. Die Fallwinde vom Mendelgebirge sorgen für kühle Nächte, die prägend für die Aromatik und die unverwechselbare Frische der Weine sind. Grauburgunder, Chardonnay und Gewürztraminer werden hingegen auf einer Höhe von 400 Metern an den Weinbergen rund um die Kellerei angebaut, die die berühmte Südtiroler Weinstraße flankieren. Aus den Trauben eines ganz besonderen Weinanbaugebietes rund um den Montiggler See, auf 550 Metern Höhe, entsteht der Riesling Montiggl. In noch höher gelegenen Weinbergen bis zu 900 Metern werden unter dem Motto “heroischer Weinbau” Rebsorten wie Müller Thurgau und Riesling angebaut. In wärmeren Lagen befinden sich weitere Rebanlagen für die strukturierten Rotweine wie etwa der Lagrein in der Talsohle von Bozen auf einer Höhe von 200 Metern. Vom Kalterer See über die Weinstraße bis nach Kurtatsch reifen Merlot- und Cabernettrauben heran. Die letzten verbliebenen Vernatsch-Weinberge befinden sich in einigen historischen Lagen des Überetschs.

Im Weinberg:

Die 330 Winzerfamilien bilden das Rückgrat der Kellerei. Ihre große Passion gilt dem Weinbau, mit dem sie seit Generationen verbunden sind. Ihre Erfahrung, ihre Liebe und ihr Fleiß garantiert die Qualität im Weinberg. Wissen und Erfahrung sind ausschlaggebend. Dazu zählen sorgfältig schonende und umweltfreundliche Bewirtschaftung, bis hin zu fachgerechter Laubarbeit und gezielter Ertragsregelung. Dies garantiert höchste Qualität und stimuliert auf natürliche Weise das biologische Gleichgewicht des Bodens und der Rebe, was einen enormen Einfluss auf das gesamte Ökosystem des Terroirs, dem wichtigsten Kapital der Winzer, hat.

Im Keller:

Im Keller findet die Veredlung der Trauben ihre Vollendung und Tradition trifft auf innovative Kellertechnik. Der im Jahr 2020 fertig gestellte Gravitationskeller, mit einer Gesamtfläche von 30.000 m³ ermöglicht eine schonende und individuelle Verarbeitung der verschiedenen Qualitätsstufen in kürzester Zeit. Die Weine werden in der Kellerei individuell ausgebaut. Das heißt, dass die einzelnen Weinberge, Parzellen und Rebsorten separat vinifiziert werden. Dadurch kann das spezifische Terroir und die verschiedenen Sortencharaktere betont und hervorgehoben werden. Deshalb werden die verschiedenen Weine je nach Gusto des Kellermeister Hans Terzer in Edelstahltanks, großen Holzfässern und bzw. oder in Barriques ausgebaut. Das Herzstück der Kellerei ist seit den 80er Jahren der weiße und rote Barriquekeller. In den Fässern aus französischer Eiche reift eine Auswahl der edelsten und prestigeträchtigsten Weine heran. Dieser Ausbau erfordert große Sensibilität und bringt komplexe Weine mit einer perfekten Symbiose von Frucht und Holz hervor. In der Kellerei St. Michael-Eppan spielt der traditionelle Ausbau in großen Holzfässern allerdings heute noch eine große Rolle. Im Laufe der Jahre wurde der historische Keller komplett renoviert und mit 50 großen Eichfässern bestückt. Zudem ist der Einsatz von Edelstahl ist aus der modernen Kellertechnik nicht mehr wegzudenken. Vom Gärbehälter bis zum Lagerfass. Die Tanks garantieren nicht nur Hygiene und Sauberkeit, sondern bürgen für einen reintönigen Ausbau, der die Frische und Aromen der Rebsorten unterstreicht.

Steckbrief:

Präsident: Klaus Pardatscher
Geschäftsführer: Günther Neumair
Kellermeister: Hans Terzer
Region: Südtirol
Ort: Eppan
Rebfläche: 385 Hektar
Rebsorten: Chardonnay, Gewürztraminer, Müller-Thurgau, Pinot Grigio, Riesling, Sauvignon Blanc, Weissburgunder, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Lagrein, Merlot, Pinot Nero, Vernatsch

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