Zelt, Mario

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Über das Weingut:

Über vier Generationen hinweg betrieb die Familie Zelt ihren Landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb in Laumersheim in der Pfalz. Hierzu gehörten lange neben der klassischen Landwirtschaft der Obstbau und auch immer der Weinanbau. Die gelesenen Trauben verkaufte der Betrieb jedoch bis in die 90er Jahre hinein an die Kellereien der Region. Erst als der jüngste Spross der Familie Mario Zelt nach seinem Önologie-Studium in Geisenheim und mehreren Auslandspraktika in Österreich, Südafrika und Frankreich den Betrieb übernahm, begann man damit sich ganz auf den Weinbau zu konzentrieren. Das Weingut besitzt 13 Hektar in den Laumersheimer Lagen Kappelenberg, Kirschgarten, Steinbuckel und Mandelberg, im Großkarlbacher Burgwerg sowie im Bissersheimer Goldberg. Wichtigstes Ziel ist es laut Mario Zelt, dass sich die individuellen Charaktere der einzelnen Lagen in den Weinen widerspiegeln und das volle Potential der Weinberge ausgeschöpft wird.

Region:

Die Pfalz ist nach Rheinhessen das zweitgrößte Anbaugebiet Deutschlands. Diese teilt sich in den nördlichen Bereich „Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße“ und in den südlichen Teil „Südliche Weinstraße“ auf. Das Weingut Mario Zelt befindet sich im nördlichen Teil in Laumersheim. In der Pfalz kommen viele günstige Faktoren zusammen um Weiß- und Rotweine von Weltniveau zu erzeugen. Zum einen bietet der imposante Pfälzer Wald einen einzigartigen Regen-Schatten, der wiederum mit nur wenig Niederschlag die Reben zu Höchstleistungen anspornt. Zum anderen zählt die Pfalz mit fast 2000 Sonnenstunden jährlich zu den wärmsten Anbaugebieten Deutschlands. Hinzu kommt, dass die Rheinebene, durch die sie einschließenden Gebirge, weitgehend vor extremen Kaltlufteinbrüchen geschützt ist.

Lagen und Geologie:

Das Weingut besitzt 13 Hektar in den Laumersheimer Lagen Kappelenberg, Kirschgarten, Steinbuckel und Mandelberg, im Großkarlbacher Burgwerg sowie im Bissersheimer Goldberg.
Einzige Lage in Laumersheim, die nicht auf Kalk und Lösslehm aufgebaut ist. Die Erste Lage Kapellenberg ist eine prähistorische Sandbank. Der Rhein und die Urstromtäler lagerten hier über Jahrtausende Sand und Kies an. In dieser Lage mit ihrem kreideweißen, feinen Sand stehen ausschließlich Rieslinge. Die Weine sind in höchstem Maß elegant, feinfruchtig und leichter als die Rieslinge vom Kalkstein. Der Name Kapellenberg ist zurückzuführen auf die Heilig-Kreuz-Kapelle, die zur Erinnerung an das im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Dorf Berghaselbach errichtet wurde.
Laut Johann Philipp Bronner, einem Weinfachmann aus dem 18. Jahrhundert, ist die Große Lage Steinbuckel eine der exponiertesten Weinlagen im Leininger Land. Besonders auffällig sind die markanten Bodenstrukturen. Die tonig lehmigen Böden bestehen aus einem Gemenge von Mergeln und Dolomitsteinbruchstücken in dicht gelagertem Ton. Der Steinbuckel ist der 150 m hohe Südhang eines Talkessels. Etwas kühlere Winde aus dem nicht weit entfernten Leininger Tal lassen die Trauben langsamer reifen. Dadurch sind die Weine auch von eher kühlerem und eleganterem Charakter geprägt.
Beim Kirschgarten handelt es sich um die älteste und berühmteste Weinbergslage in Laumersheim. Ein Abzweig des weltbekannten Klosters zu Lorsch, genannt „Zum Kirschgarten“, hatte hier in Laumersheim Weinbergsbesitz. Eine Besonderheit des Kirschgartens ist sein außergewöhnlich warmes Kleinklima. Es kommt zustande, weil kalte Westwinde durch die westlich vorgelagerte Höhe des Ohlenberges abgehalten werden. Der Boden ist geprägt von unterschiedlich hoch aufgewehtem eiszeitlichen Löss auf massivem Kalksteinfelsen. Die besten Parzellen des Betriebs befinden sich in einem Bereich an dem der Fels bis an die Oberfläche anliegt. Die Reben sind durch den mageren und kargen Boden weniger wüchsig und der Ertrag dementsprechend gering. Die Weine aus dem Kirschgarten sind von stuffiger und markanter Textur. Der Kalkboden verleiht ihnen außerdem eine kreidige Mineralität. Der Kirschgarten bietet somit die optimalen Grundlagen für spannende Rieslinge und große Burgunder.
Die Erste Lage Großkarlbacher Burgweg wurde im Jahr 1495 zum ersten Mal als „uff den Burgweg” erwähnt. Der leicht ansteigende Südhang beginnt in Großkarlbach über dem Eckbachtal und reicht bis nach Laumersheim, wo er an den Kirschgarten angrenzt. Die Bodenart wechselt sehr häufig. Auf engstem Raum ist die Struktur geprägt von Kies über Ton bis zu tertiärem Kalksteinverwitterungsboden. Die Weinberge der Familie Zelt befinden sich im Burgweg ausschließlich auf Löss, dem so genannten Staub der Eiszeit. Er besteht aus einer kalkreichen Ablagerung des Windes. Lössböden sind sehr fruchtbar und haben eine gute Wasserspeicherkapazität. Dadurch können sich die Reben besonders gut entwickeln. Die Weine sind, durch ihre Saftigkeit und einer eher sanften Säure, in der Jugend schon sehr zugänglich. Bei niedrigen Erträgen sind es außerdem absolute Langstreckenläufer.
Der Bissersheimer Goldberg ist ein lang gezogener, nach Südwesten abfallender, Hang. Die Kalksteinverwitterungsböden haben meist eine Auflage von Schwarzerde mit Kalksteingries. Darunter steht massiv der plattenförmige Kalkstein an. Die Rieslinge aus dem Goldberg sind tendenziell von üppiger und gehaltvoller Natur mit einer eher sanften Säure. In der Jugend sind sie meist noch recht verhalten, gewinnen sie mit zunehmender Reife an Ausdrucksstärke und Charakter. Das beeindruckende Lagerpotential dieser Weine ist ein Aushängeschild des Goldbergs.

Rebsorten:

Im Familienbetrieb findet man die weißen Rebsorten Riesling, Weissburgunder, Chardonnay, Muskateller, Gewürztraminer, Grauburgunder und Sauvignon Blanc. Zudem werden neben Spätburgunder auch noch die weiteren roten Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot, St. Laurent und Frühburgunder angebaut.

Im Weinberg:

Die Weinbergsarbeit ist die Basis für Weine von großer Qualität. Diesen Ansatz verfolgt auch Mario Zelt. Deshalb drehte er den Familienbetrieb auch kurz einmal auf Links, als er die Verantwortung übernahm und setzte sofort auf nachhaltige Anbaumethoden. Dazu gehören der Verzicht auf Insektizide und Herbizide, sowie die Förderung der Artenvielfalt. Die Reben werden vorwiegend mit Biokompost versorgt und spezielle Wintereinsaaten zur Erhaltung und Stärkung der Pflanzen werden eingesetzt. Denn ein gesunder Boden ist die Voraussetzung für eine gute Versorgung der Pflanzen und die natürliche Ausreifung der Trauben. Die Traubenernte geschieht konsequent per Hand und zum Teil in mehreren Durchgängen. So erhalten diese die optimale Reife, während die Beeren nicht beschädigt werden. Außerdem wird immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: seit 2014 ist man Mitglied bei Fair´n Green.

Im Keller:

Als Mario Zelt den Betrieb übernahm, investierte er erst einmal in die Traubenverarbeitung und die Kellertechnik. Dabei konnte er vor allem auf die Erfahrungswerte aus seinen Auslandsaufenthalten in Österreich, Südafrika und Frankreich setzen. Von dort inspiriert wurde der Keller auf den neusten Stand gebracht und somit die Grundlage für Qualitativ hochwertige Weine gelegt. Der Rotweinausbau erfolgt durch eine klassische Maischegärung. Anschließend werden die Weine in neuen oder gebrauchten Barrique ausgebaut.

Steckbrief:

Inhaber: Mario Zelt
Kellermeister: Mario Zelt
Region: Pfalz
Ort: Laumersheim
Rebfläche: 13 Hektar
Rebsorten: Chardonnay, Gewürztraminer, Grauburgunder, Muskateller, Riesling, Sauvignon Blanc, Weissburgunder, Cabernet Sauvignon, Merlot, Spätburgunder, St. Laurent
Lagen: Goldberg (Bissersheim), Burgweg (Großkarlbach), Kapellenberg, Kirschgarten, Mandelberg, Steinbuckel (alle Laumersheim)

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