du Cèdre

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du Cèdre

Über das Weingut:

Léon Verhaeghe, aus Morsleede im belgischen Flandern, verließ sein Heimatland im frühen 20. Jahrhundert um sich in Südwestfrankreich niederzulassen. Schließlich fand er im Cahors einen geeigneten Bauernhof für sich und seine Familie. Im Jahr 1958 begannen sein Sohn Charles zusammen mit seiner Frau Marie-Thérèse einige Mischkulturen anzulegen - unter anderem auch Rebstöcke. Diese wuchsen rasch und gut, so dass die Familie beschloss auf drei verschiedenen Grundstücken je ein Hektar Rebfläche anzupflanzen. Im Jahr 1973 brachte Charles dann die Charge Wein auf die Flasche. Heute wird das Weingut von dessen Söhnen Jean-Marc und Pascal Verhaeghe geleitet. Beide sind studierte Önologen. Während Jean-Marc für die Weinberge verantwortlich ist, übernimmt Pascal den Ausbau der Weine im Keller. 1995 war ein einschneidendes Jahr für die beiden Winzer: Ein Hagelsturm zerstörte 80% der Bestände. Allerdings nutzten beide diese Neuanfang, um ihre Weingärten aufzuforsten und das gesamte Potential des Terroirs zu nutzen. Sie reduzierten die Erträge und erzielten einen Qualitätssprung, der sie sofort in die oberste Liga des Cahors katapultierte. Heute umfassen ihre Besitztümer 27 Hektar und mit Pascals Söhnen Jules und Robin steht bereits die nächste Generation in den Startlöchern.

Region:

Das Weinanbaugebiet Cahors ist nach der gleichnamigen Stadt im Südwesten Frankreichs benannt und liegt im Tal des Flusses Lot. Das Anbaugebiet für Qualitätswein (AOC) umfasst knapp 4500 ha Rebfläche. Das Weinanbaugebiet Cahors zählt zur Weinanbauregion Sud-Ouest, welches die Anbaugebiete Südfrankreichs mit Ausnahme von Bordeaux zusammenfasst. Das heutige Weinanbaugebiet liegt im Wesentlichen westlich der Stadt Cahors. Der größte Teil der Weinberge liegt auf den Kiesterrassen. Die unterste Terrasse ist jedoch meist zu nah am Fluss und deshalb für den Weinbau ungeeignet. So sind in der Regel nur die zweite und dritte Terrasse bestockt. Daneben werden zunehmend die Kalkplateaus für den Weinbau genutzt. Das Klima im Cahors ist vorwiegend atlantisch geprägt. Jedoch sind auch Einflüsse des Mittelmeeres und des Zentralmassivs zu spüren, wobei der Lot stets ausgleichend wirkt. Der Wein des Cahors zieht seinen Charakter vor allem aus der Rebsorte Malbec, der dort auch Côt oder Auxerrois genannt wird. Er muss in der Cuvée mindestens 70% stellen. Als komplementäre Sorten werden meist Merlot oder Tannat verwendet.

Lagen und Geologie:

Die drei Parzellen des Weinbergs weisen die zwei besten Bodentypen im Appellationsgebiet Cahors auf. Eine der Parzellen befindet sich auf einem Kegel aus Kalksteingeröll an den Hängen von Bru. Die quartäre Eiszeit brach die Kalksteinwände rund um dieses Grundstück ab. Diese Geröllhalden haben im Laufe der Jahrhunderte den Boden von heute geschaffen. Die Trauben dieses seltenen Terroirs zeichnen sich durch große Finesse und aromatische Komplexität aus. Die anderen beiden Parzellen befinden sich auf zwei unterschiedlichen, aber geologisch identischen Bergrücken. Das sind die Mindel-Hochterrassen, die vor 500.000 Jahren aus den Schwemmablagerungen des Flusses entstanden sind. Dieser Boden besteht aus gerollten Kieseln, die an der Oberfläche mit rötlichem eisenhaltigem Sand gemischt sind, während Ton und Kieselerde die tieferen Schichten dominieren. Die Trauben dieses Terroirs zeichnen sich durch eine große Fülle und Dichte aus. Das spezifische Mikroklima von Chateau de Cèdre hat großen Einfluss auf sein Terroir. In gleicher Entfernung vom Atlantischen Ozean, den Pyrenäen und dem Mittelmeer ist das Klima bis Juni ozeanisch und ab Juli mediterran. Im September kühlt der Fluss Lot die Luft und der Herbstwind weht über die Reben.

Rebsorten:

Die wichtigste Rebsorte des Familienbetriebs ist der Malbec. Zudem werden auf die weiteren roten Rebsorten Merlot und Tannat gesetzt. Aber auch die weißen Rebsorten Semillon, Muscadelle und Sauvignon Blanc finden sich in den Weingärten des Château du Cèdre.

Im Weinberg:

Die Überlegungen im Château du Cèdre zum ökologischen Landbau begannen in den frühen 1990er Jahren. Seit 1992 wird auf chemische Unkrautvernichtungsmittel verzichtet und zehn Jahre später dann ganz auf synthetische Pflanzenschutzmittel. 2012 wurde das Château als Bio zertifiziert. Um das mikrobiologische Leben zu erhalten und die Bodenverdichtung zu minimieren, werden die Weinberge zwischen den Reihen begrünt und es wird mit Breittraktoren gearbeitet. Die verschiedenen Arbeiten wie Rückschnitt, Ausdünnen, Entknospen, Roden, Blattentfernung und Grünschnitt werden noch immer von Hand ausgeführt. Jedes Jahr analysiert Jean-Marc mit seinem Team die Äste und den Boden der drei Weinberge. Diese Ergebnisse, unterstützt durch die eigenen Beobachtungen, ermöglichen es die Beziehung zwischen Pflanze und Boden besser zu verstehen und das Gleichgewicht für die Reben zu gewährleisten. Große Weine kommen in der Regel von alten Reben. Die Weinbaupraktiken zielen daher in erster Linie darauf ab, diese wertvollen alten Reben in der Produktion zu erhalten. Ihre Lebenserwartung ist jedoch nicht ewig. Jedes Jahr wird daran gearbeitet die Reben, eine nach der anderen, zu ersetzen, wenn sie verschwinden.

Im Keller:

Das oberste von Kellermeister Pascal Verhaeghe ist das volle Potenzial der eigenen Trauben auszuschöpfen. Um dies zu erreichen, werden während des Vinifikationsprozesses keine önologischen Zusätze verwendet. Die Weinherstellung erfolgt mit einheimischen Hefen und ohne Zusatz von Sulfiten. Als Ergebnis dieser Entscheidungen entstehen feinere Tannine und eine größere aromatische Komplexität. Diese Arbeitsweise erfordert handwerkliches Geschick. Die Trauben sind perfekt reif und gesund, wenn sie in den Keller kommen. Die Kellerhygiene ist streng. Die Fermentation beginnt schnell mit der Pieds-de-Cuve-Technik (Einige Tage vor der eigentlichen Lese werden bereits einige Trauben geerntet und direkt im Weinberg zu einer Art Hefeansatz verarbeitet. Dieser bleibt dann einem kleinen Fass direkt im Weinberg und beginnt spontan, nur mit den vor Ort vorhandenen Hefen, zu gären. Dieser Hefeansatz wird dann zur eigentlichen Lese der Maische zugesetzt und impft sozusagen den neuen Wein mit den ganz ursprünglichen Hefen des jeweiligen Weinbergs.) und wird unter den bestmöglichen Bedingungen abgeschlossen: Die Temperaturen werden kontrolliert, um den Hefen die ideale Umgebung für ihre Entwicklung zu bieten. Wie bei der Vinifikation werden die Weine ohne önologischen Input ausgebaut. Kontrolle ist entscheidend, denn Malbec ist eine Rebsorte mit Charakter, die Zeit braucht. Die Weine reifen auf der Hefe in Großbehältern, 500-Liter-Fässern und Foudres. Sie entwickeln sich frei unter idealen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen.

Steckbrief:

Inhaber: Jean-Marc und Pascal Verhaeghe
Weinbau: Jean-Marc Verhaeghe
Kellermeister: Pascal Verhaeghe
Region: Cahors
Ort: Vire-sur-Lot
Rebfläche: 27 Hektar
Rebsorten: Muscadelle, Sauvignon Blanc, Semillon, Malbec, Merlot, Tannat.

Die 20 bis 55 Jahre alten Reben des Château du Cèdre wurzeln in zwei verschiedenen Arten von Böden: Zum einen besteht das Terroirs aus steinigem Lehm und Kalk, welches geradlinige und elegante Weine mit feinem Tannin hervorbringt. Zum anderen besteht das Terroir aus Böden mit Ton, Sand und Kieselsteinen, dieses bildet die Grundlage für dichte und kräftige Weine.

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