Yecla (Spanien)

ALLGEMEIN:
Über der östlichen Küstenregion sieht Spanien die Sonne aus dem Mittelmeer aufsteigen. Darum hat man das Land „Levante“ (Sonnenaufgang) genannt. Eine sehr fruchtbare Gegend, die eher für ihre Orangen als für ihre Reben bekannt ist. Denn die meisten Weine gehen in den Fassweinexport. Die Weine nehmen sich gegenüber ihrer Pendants aus dem Norden eher bescheiden aus, allerdings besteht hier eine uralte Weinbautradition, damit ein Know-how und die Region bietet in Europa ein einmaliges Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Region dort im Südosten Spaniens besteht aus zwei Autonomias: Valencia und Murcia. Zu Murcia gehören drei DO-Bereiche: Bullas, Jumilla und eben Yecla. Yecla, der östliche Teil der Autonomia, mit dem gleichnamigen Städtchen besitzt eine lange Weinbaugeschichte. Eine Besonderheit ist, dass dieses Gebiet von der Reblaus weitgehend verschont wurde, ein Gutteil der Rebflächen sind noch mit autochthonen, wurzelechten Reben bestockt. Dieses funktionelle Gebiet, in dem hart gearbeitet wird, ist allerdings nicht sehr bekannt. Doch dank einigen Bodegas, beginnt die DO Yecla bei zahlreichen potentiellen Käufern Interesse zu erwecken. Augenblicklich wird die Entwicklung von Investitionen und Fortschritt aber immer noch durch mangelndes Interesse des Marktes gebremst.

TERROIR:
Die Vorrausetzungen für exzellente Weine sind ideal: Die Weinberge liegen auf 400 bis 700 Meter Höhe, das Klima ist mediterran bis kontinental und der Boden besteht aus hochwertigem, dickem Lehm über einem Muttergestein aus Kalk. Die gesamte Weinbaufläche ist ca. 20.000 Hektar groß, davon sind 4.800 Hektar geschützt, die von 650 Winzern und 4 Bodegas bewirtschaftet werden. Die Produktion beläuft sich auf ca. 3.500.000 Liter.

PRODUKTION:
Bis in die 1970er Jahre produzierte man riesige Mengen Alltagstropfen. Die Zeit ist längst vorbei. Man hat sich seine Ursprünglichkeit und Unabhängigkeit erhalten. Heute liefert man gradlinige, saubere Tinto Joven, hat die Keller modernisiert, setzt Verfahren wie Maceration Carbonique ein und baut einige Rote in Eiche bis auf Reserva-Niveau aus (auch um die übermäßige Reife und Stärke der Beeren/des Mostes zu bändigen).

REBSORTEN:
In einer beträchtlichen Anzahl von Weinbergen sind heute Monastrell-Rebstöcke mit Drahterziehung und Tropfbewässerung zu finden, wodurch die Qualität der Trauben, und somit die des Weines, verbessert wird. Für Rotweine stehen inzwischen auch Garnacha, Cabernet Sauvignon und Tempranillo zur Verfügung. Alle Rotweine weisen eine gute Tiefe und angenehmen Körper auf, obgleich sie meist jung verkauft werden, nimmt die Anzahl der in Holz vergorenen Weine zu. Ausgezeichnete Ergebnisse werden mit weißen Coupagen aus den Rebsorten Mersepuera, Macabeo und Airen erzielt. Die Weißweine, ebenso wie die Rosados, sind jung, frisch und sauber.