Navarra (Spanien)

Dieses DO-Gebiet (1958 gegründet) gehört zur autonomen Region Navarra und liegt im nördlichen Zentralspanien unterhalb der Hauptstadt Pamplona. Im Südwesten bildet der Ebro die natürliche Grenze zur DO-Rioja. Im Norden erheben sich die Pyrenäen mit grünen Tälern und wilden Gebirgsbächen, und im Süden dehnt sich das Ebro-Tal mit trockenem Mittelmeerklima. Durch zunehmende Konkurrenz aus ganz Spanien ist die Gesamtanbaufläche auf ca. 15.800 ha gesunken, die von 104 Weingütern bewirtschaftet werden. In Navarra spielen die Genossenschaften eine große Rolle und sind die Hauptproduzenten der Weine.
Gleich einem weiten Gemüsegarten inmitten von saftigen grünen Feldern zwischen den welligen Bergen, die sich von den Pyrenäen zum Ebrotal ziehen, ist Navarra eine Region, die bekannt ist für eine ausgezeichnete Küche, insbesondere mit Gerichten, die aus den hier üppig wachsenden Gemüse abwechslungsreich zubereitet werden. Wie ein Gitter von den verschiedenen Nebenflüssen des Ebros durchzogen, insbesondere vom Aragon, dem Arge und dem Ega, vermittelt die Landschaft viel vom historischen Einfluss der Römer und des einstigen großen Königreiches des Königs Jaime, Don Sancho. Durch all dies windet sich von der französischen Grenze über Pamplona bis nach Logroño die Pilgerroute nach Santiago de Compostela. In jüngeren Jahren haben Navarras Weinerzeuger ein eigenständiges und mächtiges Image ihrer Region geschaffen. Man steht nicht länger im Schatten des berühmten Nachbarn, da man jetzt eine Reihe edler spanischer und importierter Rebsorten eingeführt hat, die die traditionellen Weine sehr verbessert haben. Ein Großteil dieser Weinrevolution wurde durch das Anlegen von Weinbergen weiter nördlich in einer Höhe von rund 600 Metern erzielt, fern von der zusätzlichen Wärme der niedrigeren Ebenen des Ebrotals. Städte wie Puente la Reina, Las Campanas, die charmante historische Stadt Olite mit ihrer Märchenburg sowie Estella gewinnen größere Bedeutung, da sich die Produktion in diesen Bereichen erhöht.
Vierzig Prozent der Produktion sind Roseweine, die hauptsächlich aus Garnacha-Trauben hergestellt werden, aber verschiedene Roses werden jetzt unter Verwendung von anderen Sorten hergestellt. Diese feinen frischen, fruchtigen und trockenen Weine werden außerhalb Spaniens oft unterschätzt, denn wenn sie jung und spritzig sind, sind sie als Tischweine genauso geeignet wie ein Weißwein, und oft haben sie mehr Charakter und Blume, egal zu welcher Jahreszeit. Insbesondere wegen ihrer lieblichen Farbe sind sie auch sehr ansprechende Aperitif-Weine. Die Oxydation stellt bei den Roseweinen ein Problem dar. Die Erhaltung ihrer Frische ist daher wichtig. Viele Erzeuger sind daher dazu übergegangen, die Weine in großen Fässern unter Luftabschluss durch Zufuhr eines neutralen Gases zu lagern und häufiger kleinere Mengen in Flaschen abzufüllen.
Navarra ist recht klein mit 18.000 Hektar Weinbergen und einer Produktion von 55 Millionen Litern Wein. Die Winter werden von den kalten nördlichen Winden aus den Pyrenäen beherrscht, während die heißen Sommer einem angenehm warmen Frühlingen folgen. Wenngleich das Klima als kontinental trocken bezeichnet wird, gibt es doch genug Regen und Feuchtigkeit, um einen zufrieden stellenden Ertrag und die Entwicklung der Trauben sicherzustellen. Abgesehen von den Roseweinen erzeugt Navarra vorwiegend rote Weine, und weniger als zehn Prozent sind Weißweine. Seit man die Entscheidung getroffen hat, weitere Anpflanzungen von Garnacha zu untersagen, bis diese Sorte einen geringeren Anteil am gesamten Weinbaugebiet erreicht, haben die Rebsorten Tempranillo, Cabernet Sauvignon und Merlot für die roten Weine und Chardonnay für die weißen Weine den Vorzug erhalten. Hier werden vor allem Reinsortige Weine mit beachtlichem Erfolg produziert, sogar mit der Viura