St. Antony

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Über das Weingut:

Weil die Eisenhütten im Ruhrgebiet Kalk benötigten, wurde dieses rund um Nierstein abgebaut, direkt auf Booten verschifft und in den Norden gebracht. Als die Eisennachfrage jedoch nachließ, entdeckte man das Potenzial der Gegend für den Weinbau und füllte 1920 den ersten Wein ab. Das Weingut St. Antony befindet sich in diesem heute sehr renommierten Weinort Nierstein. Dieses gehört zum Weinanbaugebiet Rheinhessen. Rund um den Ort besitzt das Weingut heutzutage etwa 60 Hektar an Rebfläche, wobei der größte Teil davon direkt im berühmten Roten Hang zu finden ist. Offizielle wurde das Weingut St. Antony im Jahr 1920 gegründet. Allerdings fungiert dieses erst seit 1986 unter diesem Namen. 1990 wurde der Betrieb in den VDP (Verband deutscher Prädikatswinzer) aufgenommen. Im Jahr 2005 kaufte die Familie Meyer das Weingut von MAN ab und installierte Felix Peters als Geschäftsführer. Seitdem wurden kontinuierlich herausragende Weinbergsflächen am Roten Hang zugekauft. Seit 2006 wird ökologisch zertifiziert gearbeitet. Peters Nachfolger Dirk Würtz begann 2018 als geschäftsführender Gesellschafter im Betrieb und setzt seitdem die erfolgreiche Arbeit des VDP-Weinguts fort.

Region:

Mit 26.578 Hektar Rebfläche ist Rheinhessen das größte Weinbaugebiet Deutschlands, welches sich in drei Bereiche (Bingen, Nierstein und Wonnegau) mit 24 Großen Lagen und 432 Einzellagen untergliedert. Trotz seines Namens liegt das Anbaugebiet links vom Rhein und gehört somit komplett zum Bundesland Rheinland-Pfalz. Das Weinbauklima ist kühl und der Anbau wird neben den milden Temperaturen begünstigt durch viel Sonne und geringe Niederschlagsmengen.

Lagen und Geologie:

Der rund 800 Meter breite und rund fünf Kilometer lange Rote Hang erstreckt sich von Nackenheim über Nierstein bis nach Schwabsburg. Der schieferartige Boden mit der intensiven rötlichen Färbung entstand vor rund 280 Millionen Jahren. Damals füllte sich das Mainzer Becken mit Wasser und überspülte das rote Gestein. Zum Ende des Tertiärs hob sich zwischen Nierstein und Nackenheim eine Erdkrustenscholle und der uralte rote Fels wurde an die Oberfläche geschoben. Steil ragte eine rote Abbruchkante aus dem Wasser empor. Die Geburtsstunde des Roten Hangs. Die Böden dort sind karg und die Lagen steil. Das Klima für Rheinhessen relativ warm. Am berühmten Roten Hang besitzt das Weingut St. Antony so einen großen Rebflächenanteil wie kein anderes Weingut. Das Gut verfügt über ein einmaliges Lagenportfolio im Pettenthal, Orbel, Hipping und Ölberg. Mit dem Brudersberg und dem Zehnmorgen sind sogar zwei Monopol-Lagen im Besitz des Betriebs. Etwa 15 von 60 Hektar sind Steillage.

Rebsorten:

Das Weingut baut die Rebsorten Chardonnay, Grauburgunder, Riesling, Weissburgunder, Blaufränkisch und Spätburgunder an. Wobei der Fokus klar auf dem Riesling liegt und der Versuch den Roten Hang in die Flasche zu bekommen. Insgesamt präsentieren sich die Weine vom Roten Hang vollkommen anders als die meisten Weine Rheinhessens. Hier entstehen Weine mit viel Kraft. Sie sind tief und finessenreich, moderat in der Säure und vor allem im Alkohol. Glasklare Rieslinge, konzentrierte Pinot Noirs mit viel Länge und komplexe Blaufränkische mit einer kühlen Frische.

Im Weinberg:

Dirk Würtz sagt selbst: „Wer ein von Steillagen geprägtes Weingut zertifiziert ökologisch bearbeitet, muss ein bisschen verrückt sein“. Seit 2006 wird beim VDP-Weingut St. Antony zertifiziert ökologisch gearbeitet. Mit dem Jahrgang 2019 wurden sämtliche Maschinenarbeiten in den Steillagen eingestellt. Alle Weinberge werden von Hand bewirtschaftet. So bleibt auch der Bodenqualität erhalten und die Artenvielfalt wird gefördert. Es wird organisch gedüngt und keine Mühen gescheut, so dass ausschließlich gesundes und hochqualitatives Traubenmaterial geerntet werden kann.

Im Keller:

Im Keller ist Kellermeister Robert Borenstein verantwortlich. Ursprünglich studierte dieser einmal Zahnmedizin, aber hat sich nun vollkommen dem Weinbau verschrieben. Um den Charakter der Weinbergslagen optimal einzufangen und im Glas abzubilden, wird im Keller möglichst wenig in die Prozesse eingegriffen. Die Weine vergären spontan und bekommen alle Zeit, die sie brauchen, um sich zu entwickeln und zu reifen.

Steckbrief:

Inhaber: Familie Meyer und Dirk Würtz
Kellermeister: Robert Borenstein
Region: Rheinhessen
Ort: Nierstein am Rhein
Rebfläche: 60 Hektar
Produktion: 80.000 – 100.000 Flaschen
Rebsorten: Chardonnay, Grauburgunder, Riesling, Weissburgunder, Blaufränkisch, Spätburgunder
Lagen: Brudersberg, Hipping, Kranzberg, Orbel, Ölberg, Paterberg, Pettenthal, Zehnmorgen (alle Nierstein)
Mitglied im VDP seit: 1990

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