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Capçanes4 Artikel


Über das Weingut:

Um nach der großen Reblausplage Anfang des 20. Jahrhunderts am Weinmarkt konkurrieren zu können, war ein Wandel erforderlich: Im Jahr 1933 schlossen sich deshalb fünf Familien aus dem Dorf Capçanes zusammen und beschlossen eine Genossenschaft zu Gründen, denn die Weinberge waren klein und die einzelnen Bauern zu schwach, um der wachsenden Nachfrage der spanischen Weinindustrie begegnen zu können. So mussten Trauben wirtschaftlicher und effizienter verwaltet werden. Die Gründung der Celler de Capçanes führte zu einer Veränderung der Perspektiven für das kleine Dorf und ihren Weinbauern. Plötzlich konnten sie große Mengen zu wettbewerbsfähigen Preisen für Großverkäufe anbieten. Der erste Schritt war gemacht und in den nächsten 50 Jahren wurde ein bescheidenes, aber stabiles Geschäft aufgebaut. So wundert es nicht, dass langsam aber sicher immer mehr Familien der Kellerei beitraten. Nach dem Tode Francos im Jahr 1975 und dem Ende der Militärdiktatur öffnete sich Spanien immer mehr Richtung Europas und wurde schließlich Mitglied der Europäischen Gemeinschaft bzw. anschließend der Europäischen Union. Neue Absatzmärkte entstanden und neue technische Innovationen modernisierten den Weinbau Spaniens. Nur der bescheidene Capçanes-Keller blieb altmodisch und fiel in einen Dornröschenschlaf. Als eigener Großweinhersteller hatte sich Capçanes den Ruf erworben einfach, billig und langweilig zu sein. In den Jahren 1985-1995 zwang der neue Markt den Celler de Capçanes die Weinproduktion in ihren veralteten Anlagen aufzugeben. Infolgedessen begann das Weingut ihre Trauben an die großen Weinbaubetriebe dieser Zeit zu verkaufen. So wurde man eine Traubenquelle für andere. Die niedrigste Stufe, die ein Weingut erreichen kann. Der traurigste Moment der Firmengeschichte. Im Jahr 1995 kam der lange benötigte Impuls für den Wandel zustande: Die jüdische Gemeinde von Barcelona fragte bei Capçanes an, ob sie unter der sorgfältigsten Lo Mevushal-Methode koscheren Wein produzieren könnte. Der Erfolg dieses Weins, der als der beste koschere Wein der Welt und einer der besten Weine in Spanien angesehen wurde, küsste das Weingut endlich wieder wach. Weltweit wurden Importeure auf die Winzergenossenschaft aufmerksam. Schritt für Schritt wurde eine einzigartige Auswahl an individuellen Weinen der Oberklasse entwickelt. Capçanes wurde zum Pionier und wohl zum bekanntesten Botschafter der DO Montsant in der Welt. Seitdem gilt der Ort als einer der führenden Qualitätsproduzenten und Referenzen aus dem Montsant.

Region:

Das kleine Dorf Capçanes, zwischen den Hügeln des Priorats im Landesinneren Tarragonas versteckt, besitzt eine große Weinbautradition und ist heute die Quelle vieler guter Weine. Sie gehört zur D.O. Montsant, welche unmittelbar am Rand der Kultregion Priorat liegt. Die Wurzeln des Weinbaus in dieser Gegend befinden sich im 13. Jahrhundert. Um die Wende des 19. Jahrhundert kam allerdings der große Schock. Die Reblausplage breitete sich aus und verwüstete weite Teile Spaniens. Bis dahin waren die Täler Tarragonas sehr dicht bepflanzt, weshalb es die Region besonders schwer traf. Wie weit die Folgen allerdings reichen sollten, zeichnete sich erst später ab. Die gezeichneten Landwirte und Weinbauern wurden von der spanischen Industrialisierung verführt, verließen ihr Land und es zog sie in die Städte. Vor der Plage wohnten etwa 2500 Personen in Capçanes, heutzutage sind es nur noch 400 Menschen. Nur etwa 20 Prozent der ursprünglichen Weinberge wurden nach der Reblausplage wieder aufbereitet und für den Weinbau nutzbar gemacht. Überwiegend pflanzten die übrig gebliebenen Winzer die Rebsorte Garnacha an. Einige dieser Weinberge, die sich nun langsam dem stolzen Alter von 100 Jahren annähern, existieren heute noch. Die Erträge sind zwar niedrig, jedoch sind die Qualitäten und die Aromatik einzigartig.

Lagen und Geologie:

Das Winzergenossenschaft Capçanes genießt das großes Privileg, dass die eigenen Rebstöcke auf einer Vielzahl an unterschiedlichen Böden wachsen: auf Kalkstein, Schiefer, Ton und Sand. Die Absicht des Betriebes ist, dass die Weine die Besonderheiten jedes einzelnen Terroirs widerspiegeln. Durch den Kalkstein entstehen zum Beispiel frische, subtile Weine. Der Schiefer bringt übermäßig mineralische Weine, der Ton sehr wilde Weine und der Sand Frucht betonte, leicht zu trinkende Weine hervor. Das nahe Mittelmeer hat überraschenderweise keinen großen Einfluss auf das Klima in Montsant. Lediglich die sanften Meeresbrisen sorgen für Frische und Feuchtigkeit. Die Berge der Pyrenäen verursachen dort schon eher ein kontinentales Klima mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Dies lässt die Trauben optimal ausreifen.

Rebsorten:

Es werden vor allem die roten Rebsorten Garnacha, Merlot, Pinot Noir, Tempranillo, Samsó, Cariñena, Cabernet Sauvignon und Syrah angebaut. Der Garnacha ist die prestigereiche Rebsorte der Region und das Aushängeschild der Genossenschaft. Einige der Garnacha-Rebstöcke besitzen ein Alter von über 100 Jahren. Diese wachsen rund um Capçanes auf bis zu 500 Metern Höhe in Miniparzellen und sorgen für eine beeindruckende geschmackliche Tiefe und Aromenvielfalt. Hinzu kommen noch kleine Anteile an den weißen Rebsorten Garnacha Blanca, Macabeo

Im Weinberg:

Die gesamte Winzergenossenschaft verfügt in Montsant über ein Terrain von 250 Hektar. Neben den recht hohen Lagen sind es vor allem die Böden, die den Charakter der Weinberge prägen. Um die Qualität der Weine gewährleisten zu können, benötigt es strenge Kontrollinstanzen. Kein leichtes unterfangen bei der Größe und der hohen Anzahl an verschiedenen Weinbauern. Für diese Qualitätssicherung ist die Chefönologin Anna Rovira zuständig.

Im Keller:

Nachdem die Kellerei am Ende des 20. Jahrhunderts ihren ersten koscheren Wein mit großem Erfolg vinifizierte und somit aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachte, nutzte man die Gunst und Stunde. Man investierte massiv in eine moderne Kellertechnik und in Man-Power. So entstand aus der einstigen Fasswein-Kooperative ein Musterweingut erster Güte. Zudem bündeln sich zwei ganz besondere Winzertalente bei Capçanes: Anna Rovira ist jung, hochtalentiert und seit 2016 Chefönologin. Sie ist bereits seit 2013 Teil des Teams und ist zudem für die Weinbergskontrolle zuständig. Das andere Talent ist Jürgen Wagner. Der deutsche Önologe studierte in Geisenheim und an der Universität Tarragona und bringt seine langjährige Erfahrung zum Komponieren der Cuvées mit ein.

Steckbrief:

Inhaber: Celler de Capçanes SCCL
Weinbau: Anna Rovira
Kellermeister: Anna Rovira und Jürgen Wagner
Region: Montsant
Ort: Capçanes (Tarragona)
Rebfläche: 250 Hektar
Rebsorten: Garnacha, Merlot, Pinot Noir, Tempranillo, Samsó, Cariñena, Cabernet Sauvignon, Syrah, Garnacha Blanca, Macabeo

Hier erfahren Sie mehr über den Celler de Capçanes.



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